Sowohl eine Krebserkrankung als auch eine chronische Ödemkrankheit machen per se nicht psychisch krank aber sie legen die Seele offen und stellen eine dauerhafte Belastung dar. Und jeder einzelne versucht seine Probleme emotional auf seine Weise und abhängig von seiner Persönlichkeitsstruktur zu verarbeiten - mit möglicherweise hypochondrischen Reaktionen, Zerbrechen an der Erkrankung, Trauer, Flucht oder Verdrängung. Aus dieser Vielschichtigkeit der emotionalen Problembewältigung resultieren die wesentlichen Ziele der psychischen Betreuung unserer Patienten. Für eine optimale Betreuung und Nachsorge ist es notwendig, alle körperlichen, psychischen sowie sozialen Faktoren mit einzubeziehen und den Patienten sachlich, hilfreich und einfühlsam aufzuklären, da er durch eine wie auch immer geartete Erkrankung in der Gesamtheit seiner Person und Lebenssituation betroffen ist. Alle Gespräche und therapeutischen Maßnahmen geschehen in einer Atmosphäre des Vertrauens mit Offenheit für alle Probleme und Ängste des Patienten, mit Aussprachemöglichkeiten und gesundheitsstabilisierenden Maßnahmen. Denn letztlich soll dem Patienten verdeutlicht werden, seine Krankheit als Chance und als Aufgabe zu betrachten.


Die wesentlichen Ziele der seelischen Betreuung

  • eine angemessene Krankheitsverarbeitung 
  • die Annahme des möglicherweise veränderten Körperbildes 
  • der Aufbau einer stabilen und ausgeglichenen Stimmungslage 
  • das Aufarbeiten bestehender Konflikte
  • die Verbesserung der seelischen Befindlichkeit 
  • die Stärkung der eigenen Ressourcen und Kompetenzen

Autogenes Training, Gruppen- und Einzelgespräche und gegebenenfalls auch Kriseninterventionen begleiten den Patienten während der Rehabilitation. In der Gruppentherapie geht es vor allem um eine Ich-stärkende und progressive Haltung sowie um die Stärkung des Selbstbildes und des Selbstwertgefühls. Die Gruppengespräche helfen, Ängste konkret zu überwinden. In Einzelgesprächen können Probleme angesprochen werden, die in der Gruppe vielleicht zu schambesetzt sind oder auch Themen, die mit Trauer, Unruhe und Aggressionen verbunden sind.

Einen großen Stellenwert hat im Rahmen der rehabilitativen Maßnahmen das Partnerschaftsverhältnis, das immer miteinbezogen werden sollte. Sowohl bei Krebserkrankungen, aber auch bei anderen schweren Krankheiten existieren speziell auf diesem Gebiet Kommunikationsprobleme zwischen den Partnern, die sich oftmals aus falscher Rücksichtnahme, Verunsicherung und Angst auf beiden Seiten potenzieren können. Ein offenes Gespräch, an dem der Partner teilnimmt, kann helfen, scheinbar nicht zu überwindende Barrieren abzubauen